Andachten

Andacht Februar

Vor genau 500 Jahren nahm Ulrich Zwingli seinen Dienst in Zürich auf. Er wurde am 1. Januar 1484 in Wildhaus im ländlichen Toggenburg geboren.
Seine Schulausbildung absolvierte er in Basel und Bern, sein Studium in
Wien und wieder in Basel.
Als Ulrich Zwingli zog er los, als Huldrych Zwingli trat er seine erste Priesterstelle in Glarus an, begleitete Söldner in ihren Kriegen nach Italien.
Zum 1. Januar 1519 wurde er als Leutpriester (Priester mit allen Rechten
und Pflichten, aber kein Ordensmann) ans Großmünster in Zürich berufen.
Dieses Datum gilt als Beginn der Zürcher Reformation. In Deutschland
hatte die Reformation etwa 15 Monate früher mit dem legendenhaften
Thesenanschlag Martin Luthers begonnen.
Entgegen den Gepflogenheiten der katholischen Kirche predigte Zwingli
nicht über den vorgeschriebenen Bibeltext, sondern begann am Anfang
des Neuen Testaments mit der Auslegung des Matthäusevangeliums in
deutscher Sprache.
Zwingli erkrankte in seinem ersten Jahr in Zürich an der Pest. Für die
Reformfreudigen war Zwinglis Gesundung dagegen das entscheidende
Zeichen. Zwinglis Glaube wurde durch seine Erkrankung vertieft, sein
Wille zur Erneuerung gestärkt.
Der fortlaufenden Bibelauslegung in deutscher Sprache folgten die Über-
setzung der gesamten Bibel in die deutsche Kanzleisprache, die Abschaf-
fung der Heiligenverehrung und der katholischen Messe.
1522 hatte Zwingli eine reformatorische Schrift gegen das Fasten in der
katholischen Kirche verfasst. Nach Gesprächen und Erörterungen vor dem Rat der Stadt Zürich beschloss dieser, die Reformation in der Stadt
einzuführen.
1524 heiratete Zwingli Anna Reinhardt, mit der er vier Kinder hatte. 1531
erschien die erste Gesamtausgabe der Zürcher Bibel in deutscher
Sprache, fünf Jahre vor der Lutherübersetzung.
Um Meinungsverschiedenheiten mit Martin Luther aus der Welt zu schaffen, fanden in Marburg 1529 Religionsgespräche statt. Die unterschiedlichen Auffassungen zum Thema Abendmahl wurden aber leider noch größer.
1531 kam es zu einem Religionskrieg in der Schweiz, in dem Zwingli in
der Schlacht bei Kappel am 11. Oktober getötet wurde. In Zürich wurde
Heinrich Bullinger sein Nachfolger und setzte die Reformation dort fort.
In diesem Jahr feiert die Zürcher Kirche ihr Reformationsjubiläum.

Auch wir werden daran beteiligt sein: beim Diasporatag im Juli oder bei
möglichen Besuchen in Zürich bzw. Schwerzenbach / Dübendorf.
Herzliche Grüße