Andachten

Grüß Gott miteinander!

Manchmal werde ich in einem Geschäft gefragt: „Haben Sie sonst noch einen Wunsch?“ Wenn ich dann freundlich antworte: „Wünsche habe ich viele, aber die können Sie mir leider nicht erfüllen.“, bekomme ich einen erstaunten Blick oder ein Lachen als Reaktion.

In der Adventszeit, wenn wir auf das Weihnachtsfest zugehen, ist das eine wichtige Frage: Haben Sie einen Wunsch? Alle Jahre wieder kommt die Zeit der Sehnsucht nach erfüllbaren Wünschen. Wünsche, sofern sie bezahlbar oder machbar sind, erfüllen wir uns als Zeichen der Liebe in der Familie, als Zeichen von Sympathie unter Freunden oder Anerkennung von Mitarbeitenden.
Mehr noch wünschen wir uns Dinge, die man nicht kaufen kann: Glück und Segen, Frieden und Zufriedenheit, Gesundheit und ein harmonisches Miteinander. Solch guten Wünschen ist immer zu wünschen, dass sie sich erfüllen.

Der beste Wunsch ist allerdings der, wunschlos glücklich zu sein. Aber wann erfüllt er sich?
Die Bibel redet nicht von Wünschen. Sie verwendet ein etwas altmodisches Wort. Sie redet von Verheißungen. Vor allem redet sie von dem, was beiden gut tut, dem Wunsch und der Verheißung: ihre Erfüllung. Der Apostel Paulus schreibt im 2. Korintherbrief (1,20) – das klingt nicht stimmungsvoll und passt doch sehr zu diesen Tagen: In Jesus Christus sind alle Gottesverheißungen Ja und Amen.

Das heißt: An Weihnachten kommt ein Wunsch-Kind zur Welt, im wortwörtlichen Sinne. Hier bekommt Hand und Fuß und ein Gesicht, was Gott der Welt verspricht. Gott steht zu seinen Verheißungen. Im Wunschkind Jesus sind sie Ja und Amen.
Weihnachten ist dabei im Grunde erst der Anfang, oder sogar: Das Wunschverstärkungsfest. Gott ist noch nicht fertig mit der Welt. Gott ist mit uns noch nicht am Ziel. Es bleiben Wünsche offen. Es ist noch nicht die Erfüllung.
Unser Leben ist nicht wunschlos glücklich, sondern trotz vieler Wünsche, die wir haben, aber hoffentlich glücklich.

An Weihnachten feiern wir, dass Gott zu seinen Verheißungen steht. Dass er die großen Wünsche der Menschen erfüllt, wie es in der Weihnachtsgeschichte anklingt: Friede auf Erden. An Weihnachten bekommt unsere Sehnsucht nach Erfüllung Hand und Fuß und ein lachendes Gesicht:

Gottes Sohn, o wie lacht Lieb aus deinem göttlichen Mund.
Da uns schlägt die rettende Stund. Christ der Retter ist da!

Mit den besten Wünschen für eine schöne und friedliche
Advents- und Weihnachtszeit!

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