Andachten

Grüß Gott miteinander!

Auf die Frage: „Was gehört zum Herbst?“ antworteten bei einer Umfrage ganz verschiedene Menschen unter anderem:
Erntedankfest. – Kartoffelpuffer mit Apfelmus. – Die letzten Rosen genießen. – Nüsse aufsammeln. – Warme Wollsocken stricken. – Zwiebelkuchen und Federweißer. – Auf dem Sofa liegen. – Wieder mal Blätter fegen. – Regenmantel und Gummistiefel anziehen. – Mit Kindern Kastanientierchen basteln.
Immerhin, das Wort „Erntedank“ war auch dabei. Gar nicht so selbstverständlich in der heutigen Zeit. Interessant ist auch, dass niemand gesagt hat: „Lebkuchen essen“. Denn die gibt es ja schon inden Supermärkten.
Der Herbst ist die Zeit des Dankens. Doch „Danke" sagen, können wir das gut? Sind wir dankbare Menschen? Haben wir Grund zum Danken? Oder hinterlassen die schlechten Erfahrungen bei uns den stärkeren Eindruck? Können wir besser erzählen von all den Dingen, die uns fehlen, auf die wirverzichten müssen? Vielleicht gerade im Blick auf die vergangenen Monate, in denen wir mit Einschränkungen und Vorsichtsmaßnahmen leben mussten. Und ziehen wir über unser Leben eine im Ganzen positive oder vielleicht doch eher eine negative Bilanz?
Natürlich weiß ich, dass es Momente gibt, wo sich das Dunkle und Schwere so stark auf einen Menschen legt, dass er kaum noch Gutes, Positives sieht und auch Gott nicht mehr wahrnimmt. Aber gerade dann kann Gott besonders nahe sein, um zu trösten, um ein Stück zu tragen. Und jeder Mensch, der uns dann freundlich entgegenkommt, ist von Gott losgeschickt worden, um für uns da zu sein.
Wir können danken für das, was wir geerntet haben, aber auch für noch viel mehr. Das Danke sagen ist wichtig. Denn was man ohne Danksagung wie selbstverständlich hinnimmt, das nimmt man eben einfach so hin, stumpf, ohne den Wert oder die Bedeutung zu verstehen.
Wenn wir danken, dann begreifen wir, was für ein Geschenk es ist, jeden Tag Brot zu haben, aber auch Freundlichkeit, Liebe, Verständnis. Wo uns das gelingt, werden wir dankbare Menschen. Und fröhlichere.

Wache Augen für alles, wofür wir danken können,

wünscht Ihnen Ihr Joachim Metten