Andachten

Andacht April 2020

Grüß Gott miteinander!

Vor uns liegen Wochen, in denen wir noch nicht so ganz genau absehen können, was passiert. Das kann Verunsicherung erzeugen. 14 Tage in häuslicher Quarantäne? Das kann belastend für die Seele sein. Dazu kommen vielleicht wirtschaftliche Sorgen. Und auch die ganz alltäglichen Sorgen hören nicht einfach auf.

Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen. Deshalb erleben wir erstmals auch den Stillstand des gewohnten kirchlichen Lebens in unserem Land. Die staatlichen Auflagen ernst zu nehmen und einzuhalten ist ein Gebot christlicher Nächstenliebe gegenüber den uns anvertrauten Menschen, von denen viele zur vom Virus betroffenen Risikogruppe gehören.

Phantasie ist gefragt, wie wir mit Menschen in Kontakt treten können und sie durch diese Krise begleiten. Trotz der Aufforderung soziale Kontakte wenn möglich größtenteils zu meiden, würden wir uns vielleicht gern mit anderen treffen, uns mit ihnen austauschen, uns gegenseitig bei Besuchen Trost und Mut zusprechen.

Die Coronakrise ist eine Herausforderung für menschliches Zusammen-leben, für Gemeinschaft und Hilfsbereitschaft. Wir können die Krise nur sinnvoll durchleben, wenn es uns gelingt, einen Blick für den Nächsten zu haben, der Hilfe benötigt. Es ist großartig, dass sich überall Initiativen bil-den, die die Menschen versorgen, die sich in häuslicher Isolation befinden und Hilfe benötigen. Solidarität ist in diesen Zeiten ganz besonders gefragt.

Unsere heile Welt ist durch das Virus aus den Fugen geraten. Vielleicht steckt in der Coronakrise die Chance, einen neuen Blick auf das Leben zu erhalten, das immer wieder neu ein Geschenk ist. Es ist deutlich geworden, dass wir Menschen unser Dasein nicht einfach beherrschen. Die Gesundheit, die wir haben, und der Wohlstand, in dem wir leben, sind wahrlich nicht selbstverständlich.

Vielleicht steckt in diesen Tagen und Wochen auch die Möglichkeit, inmit-ten der sonst so rastlosen Zeit, sich selbst Momente des Nachdenkens zu schenken, Prioritäten zu überdenken und all das zu tun, was sonst aufge-schoben wurde. Der Anruf bei einem lieben Menschen, Zeit für Lektüre, Aufräumen. Für Christinnen und Christen ist es eine geschenkte Zeit, die auch für geistliches Leben, für Bibellese, für Gebet und Meditation genutzt werden kann.

Gerade weil in diesen Wochen der Passionszeit normalerweise so viel stattgefunden hätte, wirkt die momentane Situation ziemlich unwirklich.

Ich persönlich finde es höchst bedauerlich, dass wir nicht in unseren Kirchen zusammen kommen können, nicht zusammen singen und beten und auf Gottes Wort hören können. Doch es ist ja die Verantwortung füreinander, ja gewissermaßen eine Art Nächstenliebe, die diesen Umgang miteinander und diesen Verzicht notwendig macht.

Daher kann ich Ihnen nur anbieten, dass ich beispielsweise versuchen werde, telefonisch Kontakt zu halten; Geburtstagsgrüße in den Briefkasten einlege oder ähnliches.

Dank an alle, die sich in diesen Zeiten ganz besonders engagieren: im Be-reich der Medizin und Pflege, im Bereich der Versorgung und im kirch-lichen Bereich, wo immer neue Ideen entwickelt werden, wie Menschen trotz der ausgesprochenen Beschränkungen seelsorgerlich und geistlich begleitet werden können.

Als Christinnen und Christen dürfen wir jenseits aller Hysterie auf Gott vertrauen, der uns Hoffnung gibt und in dessen Händen diese Welt liegt. Und dem wir vertrauen, dass er es am Ende „wohl machen“ wird.

Herzliche Grüße