Andachten

Andacht April 2019

Grüß Gott miteinander!

Der dritte Sonntag in der Passionszeit – Okuli (auf Deutsch: „Augen“) – hat seinen Namen von Psalm 25,15: „Meine Augen sehen stets auf den Herrn.“

Glauben als wechselseitiges Sehen und Wahrnehmen – so lässt sich der Sonntagsname verstehen. Wir richten die Augen auf Gott; Gott hat uns im Blick; und so können wir leben.
Manchmal gehen wir wie blind durchs Leben. Wir schauen einfach nicht richtig hin. Vielleicht, weil wir uns nicht genug Zeit nehmen. Es gibt eben oft viel zu viel zu sehen, um alles im Detail betrachten zu können.

In manchen Momenten wollen wir aber auch nicht wahrhaben, was da vor unseren Augen liegt. Oder wir sind so niedergeschlagen, dass wir völlig die Hoffnung verloren haben, etwas Schönes sehen zu können. Dann braucht es jemanden, der uns die Augen öffnet. Jemanden, der uns Mut macht, richtig hinzusehen.
Seht, sagt Jesus am Anfang seines Weges hinauf nach Jerusalem und bittet darum, dass die Seinen diesen Weg wahrnehmen und zu verstehen suchen. Vielleicht müssen wir von uns selbst absehen, um wirklich hinsehen zu können.
Und brauchen Gottes Beistand, das uns nicht Hören und Sehen vergeht.

Die Passionszeit bietet uns eine Art Augentraining an. Sie richtet unseren Blick weg von uns selber.
Seht, sagt Jesus. Es wird so sein, es muss sein. Jesus sieht klar, er macht sich nichts vor.
Seht, sagt Jesus. Und sieht einen einzelnen Blinden am Weg, einen, der nicht sehen kann. Er öffnet ihm die Augen.
Seht die vielen Menschen, die Mitgefühl haben und Gottes Erbarmen in die Welt bringen. Seht auch die vielen Menschen, die mit Kraft und Liebe und Besonnenheit handeln.
Seht, sagt Jesus. Wir gehen hinauf nach Jerusalem.
Und dann wird der Menschensohn auferstehen. Seht und hört und verbreitet da, wo ihr seid, die Kraft einer Hoffnung, für die nichts unmöglich ist.

Herzliche Grüße und alles Gute für die Zeit vor Ostern