Andachten

Andacht August 2019

Grüß Gott miteinander!
Sommer – für viele die schönste Zeit des Jahres. Eine Einladung zum Wegfahren und Ausschwärmen, zum Reisen und Entdecken, zum Aufbleiben bis tief in die Nacht, zum Genießen.
Im Sommer zieht es die Menschen nach draußen, zum Baden, zum Wandern – und da können sie manchmal etwas erleben.
Das hat Erich Kästner mit folgenden Worten sehr schön beschrieben:

Still ruht die Stadt. Es wogt die Flur.
Die Menschheit geht auf Reisen
oder wandert sehr oder wandelt nur.
Und die Bauern vermieten die Natur
zu sehenswerten Preisen.
Sie vermieten den Himmel, den Sand am Meer,
die Platzmusik der Ortsfeuerwehr
und den Blick auf die Kuh auf der Wiese.
Limousinen rasen hin und her
und finden und finden den Weg nicht mehr
zum Verlorenen Paradiese.

Was Kästner beschreibt, macht nachdenklich. Der laute Besuch in der stillen Landschaft. Jeder Winkel schöner Natur wird vermietet; der Strand kostet Eintritt. Die Natur soll es bringen, was viele sich selbst nicht mehr schaffen können: Ruhe und Erholung. Einfach nur mal bei mir selber sein.
Stattdessen: „Limousinen rasen hin und her und finden den Weg nicht mehr zum Verlorenen Paradiese.“
Das Platzkonzert der Musikkapelle mag schön sein; der Gang zur Strandpromenade mag interessant sein. Doch Ruhe muss ich zunächst in mir selbst finden. Ruhe beginnt in mir. Indem ich mir Zeit nehme, mich auch mal ruhig hinsetze und meinen Gedanken Raum gebe.
Viele Menschen suchen wohl auch darum gern im Urlaub eine Kirche auf. Sie genießen die Ruhe drinnen als ein erholsames Gegenüber zum hektischen Treiben draußen. Sie lassen – wie man sagt – die Seele baumeln.
Und sie spüren tatsächlich, was Jesus mal gesagt hat: Kommt her zu mir, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken.
Mit den besten Wünschen für eine schöne und erholsame Sommerzeit, herzliche Grüße!