Andachten

Grüß Gott miteinander!

Die Bibel berichtet: Nach sechs Tagen harter Arbeit an seiner Schöpfung vollendete Gott seine Werke – hebräisch: melachoth. Vielleicht darf man sagen: Gott war der erste Malocher. Er wird arbeitend vorgestellt und er überträgt dies auf sein Ebenbild, den Menschen.
Der Mensch soll die Erde bebauen und bewahren. Zum Wesen des Menschseins gehört seitdem die Arbeit. Umgekehrt verletzt es, dauerhaft arbeitslos zu sein. Täglich arbeiten etwa 40 Millionen Menschen in unserem Land in der Industrie, in Dienstleistungen, in der Landwirtschaft, als Selbständige. Dazu kommt die Arbeit, die unentgeltlich geschieht, wie zum Beispiel im Haushalt oder in der Pflege von Angehörigen. Und nicht zu vergessen: die Arbeit in der Schule und während des Studiums.
Die Mystikerin Hildegard von Bingen sagte: Menschen, die gute Arbeit tun, werden zu blühenden Gärten. Ja, Menschen können aufblühen, wenn sie gute Arbeit tun. Zunehmend wächst aber auch eine Menge Unkraut im Garten der Arbeit: Es gibt eine immer stärkere Leistungsanforderung der Arbeit. „Immer schneller, höher, weiter.“ Dazu kommt steigender Konkurrenzdruck und die verstärkte Zuschreibung von Verantwortung.Im vergangenen Jahr hat die Corona-Pandemie das Ihre dazu getan: Home-Office, Home-Schooling. Ganz neue Herausforderungen waren und sind zu bewältigen. Und außerdem mussten viele Kurzarbeit oder Arbeitslosigkeit bewältigen. Existenzen stehen auf dem Spiel.
Manch eine oder einer fragt sich: Arbeite ich noch? Arbeite ich sinnvoll? Erschöpfung, körperliche wie psychische, sind nicht selten die Folge. Gut, dass immer mehr Betriebe Maßnahmen zum Erhalt der Gesundheit anbieten. Und noch besser, wenn zusätzlich Rahmenbedingungen für eine gute Balance zwischen Arbeit und Familie, für Auszeiten und Unterbrechungen und natürlich auch für finanzielle Unterstützung in Not geschaffen werden.
Der Einsatz für den Wert der Arbeit und die Würde des Menschen ist wichtig. So bekommt der Sonntag als Tag der Ruhe eine Seele und die Seele ihren Sonntag. Schließlich vollendete Gott selbst seine Maloche mit einem Tag der Ruhe.

Herzliche Grüße!

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